Rundbrief zum Schuljahresbeginn 2019/20

Im September 2019

An die evangelischen Religionslehrerinnen und Religionslehrer an beruflichen Schulen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
hoffentlich hatten Sie erholsame und anregende Sommerferien. Zum neuen Schuljahr grüße ich Sie herzlich mit einem Abschnitt aus dem Vortrag von Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, den sie am 22. Mai diesen Jahres auf einer Podiumsveranstaltung des Evangelischen und Katholischen Instituts für berufsorientierte Religionspädagogik (EIBOR und KIBOR) an der Universität Tübingen zum Thema „Was trägt der Religionsunterricht an Beruflichen Schulen für die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft bei?“ gehalten hat:

„Für mich ist klar, dass der Religionsunterricht an allgemeinen und an beruflichen Schulen einen wichtigen Beitrag für die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft leistet. […] Vielleicht war es insbesondere für die beruflichen Schulen – und ich denke dabei auch an den Bereich der dualen Ausbildung – noch nie so wichtig wie heute, jungen Menschen neben einer qualitativ hochwertigen fachbezogenen Ausbildung breites Orientierungs- und Lebenswissen im Sinne einer tiefen und umfassenden Wertebildung mit auf ihren Berufs- und Lebensweg zu geben. Der berufsbezogene Religionsunterricht bietet im Kanon der dafür in Frage kommenden Fächer einen herausragenden Platz.
Er gibt Raum für Fragen, die auch junge Menschen bewegen:

  • Was ist der Sinn des Lebens und wie gelingt es mir persönlich, ein sinnerfülltes Leben zu führen?

  • Worauf gründe ich mein Leben?

  • Gibt es einen Gott?

  • Gibt es allgemein gültige, überzeitliche Werte?

  • Der evangelische und katholische Religionsunterricht behandelt diese zentralen Fragen auf der Grundlage des christlichen Glaubens. Er tut dies in der Prägung der jeweiligen Konfessi-on, die ihn verantwortet, und in der Offenheit für andere Sicht- und Glaubensweisen. Dabei wird garantiert, dass an der Schule in Glaubensfragen niemand zu etwas gezwungen wird.
    Als ordentliches Schulfach ist Religionslehre an das Schulgesetz gebunden. Noten werden für nachweisbare Leistungen erteilt. Der persönliche Glaube steht nicht zur Bewertung.

    Durch die Bindung an staatliches wie kirchliches Recht ist das Fach Religionslehre doppelt gesichert. Eine plurale Gesellschaft braucht für ein gelingendes Zusammenleben in solidarischer Verantwortung und gegenseitigem Respekt Identität und Mündigkeit junger Menschen. Soziales, politisches und kulturelles Leben in Deutschland und Europa lässt sich ohne Kenntnis seiner religiösen Wurzeln nicht angemessen verstehen. Globale Wirtschaft und weltweiter Handel sind heute mehr denn je auf interreligiöse Verständigung angewiesen. Dies setzt voraus, dass man seine eigene Religion kennt. Dass die oben genannten Themen konstitutiv für den Religionsunterricht an beruflichen Schulen sind, steht außer Frage. Worin besteht nun eine Art Alleinstellungsmerkmal für dieses Fach in der beruflichen Bildung? Religionsunterricht gerade in der beruflichen Ausbildung lässt sich nicht reduzieren auf die Funktionen Bibelkunde und Wertevermittlung. Berufsbezug bedeutet, Anknüpfungspunkte der berufsspezifischen Unterrichtsfächer positiv für den Religionsunterricht nutzbar zu machen.“

    In diesen Worten kommt eine hohe Wertschätzung für den Religionsunterricht an Beruflichen Schulen und damit für Ihre Arbeit als Religionslehrerinnen und Religionslehrer zum Ausdruck. Ich möchte mich auf diesem Weg herzlich bei Ihnen bedanken, für alles, was Sie so im Laufe eines Schuljahres stemmen, anregen und bewegen.
    Auf einige interessante Dinge und auf wichtige Informationen für das neue Schuljahr möchte ich Sie besonders hinweisen.

    1. Personalblatt
      In den ersten Schulwochen erhalten Sie wieder Ihr Personalblatt über das Büro des Schuldekans / der Schuldekanin. Ich bitte Sie herzlich darum, alle Einträge (vor allem Ihre Mailadresse) zu kontrollieren und bei Bedarf zu ergänzen oder zu korrigieren. Ihre Angaben bilden die Grundlage für die Statistik und dafür, dass wir Sie mit Informationen gut erreichen können. Sie erleichtern damit den Mitarbeitenden in den Büros der Schuldekane / Schuldekaninnen und uns die Arbeit sehr.
    2. bru-uno.de: News und Veranstaltungen auf einen Blick
      Wie gewohnt sind alle BRU-Termine von Veranstaltungen und Fortbildungen auf bru-uno.de zu finden und mit einem Klick in den eigenen Kalender importiert. Neben bewähr-ten prüfungsrelevanten Hinweisen und Details im Abitur-Bereich wird auch der Material-Bereich derzeit vor allem durch Informationen rund um die Digitalisierung des BRU ausgebaut. Außerdem gibt es jetzt neue Tools für den Unterricht wie feedback.bru-uno.de und link.bru-uno.de – Die Seite wird kontinuierlich unter „Wissenswertes“ mit „Best Practice“, „Film-Tipps“ und mit hilfreichen Internet-Links gepflegt: Entdecken Sie die vielfältigen Angebote von bru-uno.de!
      Der Zugriff auf alte Abi-Prüfungen ist aus rechtlichen Gründen auch weiterhin nur passwortgeschützt möglich: Deshalb sind diese Dateien nun in der BRUcloud abgelegt und über folgende Zugangsdaten abrufbar (bitte nur an Reli-Kolleginnen und -Kollegen weitergeben, nicht öffentlich und nicht an Schülerinnen und Schüler, vielen Dank).
      https://bru-uno.de/aufgaben
    3. Auf der Homepage des Referats Religionsunterricht, Schule und Bildung im Oberkirchenrat: www.kirche-und-religionsunterricht.de sind alle Informationen rund um die religiöse Bildung in der Schule eingestellt. Ab dem neuen Schuljahr versendet das Referat 2.1 im Oberkirchenrat regelmäßig einen Newsletter mit den neuesten Nachrichten, Veranstaltungshinweisen und aktuellen Informationen rund um Religionsunterricht und Schule, auch für die Beruflichen Schulen. Abonnieren Sie diesen Newsletter auf der Startseite von „Kirche und Religionsunterricht“ – Es lohnt sich!
    4. „Mehr als Moleküle“, alle neuen Kolleginnen und Kollegen möchte ich auf diesen kurzen Film von Camillo Ritter (4:23) aus dem Jahr 2017 aufmerksam machen. In eindrücklichen Bildern zeigt er, was der BRU vermag, nämlich in einem geschützten Raum über berufliche und existentielle Fragen nachzudenken. Der Film ist ausdrücklich zur nicht-kommerziellen Verwendung freigegeben. Hier finden Sie den Film und hier einen Flyer zum Download.
    5. Alle Kolleginnen und Kollegen, die neu in einer VAB-O-Klasse unterrichten möchte ich hinweisen auf den VAB-O-Moduleband, der in Kooperation der Institute EIBOR und KIBOR, dem Katholischen Schuldekanat Tübingen, dem IRP Freiburg und der Mathilde-Weber-Schule in Tübingen erstellt wurde. Der Band trägt den Titel „Vertraute Welten – Fremde Welten“ und ist unter folgendem Link frei zugänglich. Der Band ist uneingeschränkt zu empfehlen, da die Erläuterung der Lernwege sowie die Qualität der Bilder, Texte und Aufgabenstellungen bestechen.
    6. Das Angebot des bibliorama – das bibelmuseum stuttgart gebe ich Ihnen gerne weiter: Für Schulklassen ist der Eintritt im gesamten Jahr 2019 frei. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage.
    7. DEIN THEATER, Theater auf Bestellung bietet aus Anlass des 75. Todestags von Dietrich Bonhoeffer 2020 ein Programm zu Bonhoeffer an, das für Schulen abgerufen werden kann. Nähere Informationen hier.
    8. Die für das Abitur 2021 ausgewählten Pflichtthemen finden Sie hier. Bitte beachten Sie auch die ergänzende Hinweise zum schriftlichen Abitur 2021.
    9. Der Wettbewerb „Christentum und Kultur“ ist auch für das berufliche Gymnasium eine interessante Sache. Immer wieder gehören auch Schülerinnen und Schüler aus dieser Schulart zu den Preisträgern. Ich ermuntere Sie, Ihre Schülerinnen und Schüler auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Die erfolgreiche Teilnahme kann als besondere Lernleistung das fünfte (und gegebenenfalls auch das vierte) Abiturprüfungsfach ersetzen. Die zeitlichen Vorgaben, die dabei genau zu beachten sind, und alle weiteren wichtigen Hinweise sind hier eingestellt.
    10. Erinnern möchte ich Sie auch an den Paul-Schempp-Preis, der für die beste und engagierteste Schülerin oder den besten und engagiertesten Schüler des Abschlussjahrgangs einer Schule verliehen wird. Der Preis kann inzwischen in allen Schularten vergeben werden. Die genauen Informationen finden sich hier.
    11. Die Seite www.leben-woran-man-glaubt.de stellt Informationen über die kirchlichen Berufe im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Württemberg anschaulich bereit. Bitte weisen Sie doch Ihre Schülerinnen und Schüler, die Interesse an einem kirchlichen Beruf zeigen, darauf hin.
    12. Vom 16. – 18. November 2019 findet wieder die Info-Tagung Theologiestudium in Tübingen statt. Alle Oberstufenschüler/innen, die Interesse am Studium der Evangelischen Theologie (in Richtung Pfarramt oder in Richtung Lehramt) haben, sind herzlich dazu eingeladen. Man kann an der Uni Tübingen zum Beispiel auch die Fächerkombination Sozialpädagogik / Pädagogik und Evangelische Theologie studieren und später an einer beruflichen Schule unterrichten. Informationen und Links zum Theologiestudium und die Anmeldemöglichkeit online finden sich unter www.info-tagung.de
    13. Gerade für Schülerinnen und Schüler aus dem beruflichen Gymnasium könnte das Studium der Wirtschaftspädagogik oder der Technikpädagogik in Verbindung mit dem Fach Evangelische Theologie interessant sein. An der Universität Hohenheim gibt es ei-nen entsprechenden Studiengang: Flyer und Flyer
    14. An der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg gibt es die Möglichkeit, zum Beispiel nach dem Doppelbachelor Religionspädagogik / Soziale Arbeit ein Masterstudium Religionspädagogik zu absolvieren. Dieses befähigt zur Erteilung von Evangelischem Religionsunterricht in der Sekundarstufe II an Beruflichen Schulen. Alle weiteren Informationen gibt es hier.
    15. Interessant auch für Schülerinnen und Schüler, die sich für ein Studium an einer Pädagogischen Hochschule interessieren, ist diese Seite: www.denkabenteuer-religion.de .


    Auf folgende Tagungen und Fortbildungen möchte ich Sie gerne aufmerksam machen:

    1. Die Regionaltagungen finden wie in den letzten Jahren von ökumenischen Tandems verantwortet statt. Ich lege Ihnen die Regionaltagungen besonders ans Herz. Sie bieten neben der thematischen Arbeit immer auch die Möglichkeit, sich als Religionslehrkräfte in der Region auszutauschen, sich kennen zu lernen und die Beziehungen zu vertiefen. Bit-te weisen Sie auch neue Kolleginnen und Kollegen auf diese Fortbildungen hin. Alle Informationen zu den einzelnen Tagungen und die neuen Anmeldemodalitäten über das neue LFB-System sind hier zu finden: https://lfb.kultus-bw.de/Startseite. Die Übersicht über die Regionaltagungen werden demnächst auf der Seite www.bru-uno.de eingestellt.
    2. Widerstand und Befreiung. Moses in Bibel, Koran und Literatur
      Die Evangelische Akademie Bad Boll lädt zu dieser Tagung mit Prof. Kuschel am 1. und 2. November 2019 ein. Ich weise Sie gerne darauf hin: https://www.ev-akademie-boll.de/tagung/540819.html.
    3. BRU-Kongress am 5. Dezember 2019 in Mainz
      Die Institute für berufsorientierte Religionspädagogik EIBOR, KIBOR und BIBOR veranstalten am 5. Dezember 2019 den dritten deutschlandweiten BRU-Kongress in Mainz zum Thema: „Berufsschulreligionsunterricht 4.0. Religiöse Bildung in einer digitalisierten Welt“. Hier finden Sie alle Informationen und das Anmeldeformular: https://www.bildungskongress-bru.de/.
      Bitte melden Sie sich auch über LFB-online neu an, Lehrgangsnummer: 3N5L6.
      Wie 2015 fährt ein Bus ab Reutlingen mit Halt in Stuttgart und Heilbronn. Über die detaillierten Abfahrtszeiten und Abfahrtsorte werden Sie nach Ihrer Anmeldung direkt informiert.
    4. Hinweisen kann ich schon auf den Fachtag von EIBOR und KIBOR zur Studie „Jugend-Glaube-Religion“ am 26. März 2020 in Tübingen, der die Ergebnisse der dritten Befragung vorstellen wird. Das EIBOR ist mit seiner Arbeit in der Unterrichtsforschung und -entwicklung, mit seinen Projekten und Veröffentlichungen sowie seinen Fortbildungsangeboten von unschätzbarer Bedeutung für unsere Arbeit an den Beruflichen Schulen. Auf der Homepage finden Sie den aktuellen Arbeitsbericht, der die aktuellen Projekte beschreibt. Gerne verweise ich Sie auch auf Unterrichtsmaterial, das u. a. im EIBOR erstellt wurde: https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/themen-entdecken/schule-und-unterricht/religion/berufliche-schulen/?p=1
    5. Auf die schulartenübergreifende Neujahrstagung des ptz am Freitag, 10. Januar 2020 mache ich Sie heute schon aufmerksam. Thema: „Was ist gerecht? Gerechtigkeit in Religionsunterricht, Bildung, Gesellschaft“. Näheres hier.
    6. Jahrestagung gibt es 2020 doppelt. Im olympischen Rhythmus tagen wir seit 2012 alle vier Jahre ökumenisch, vom 12. bis 14. Februar 2020 in Untermarchtal für die Region Süd, vom 4. bis 6. März 2020 in Bad Boll für die Region Nord. Thema beider Tagungen: „Was is(s)t der Mensch?“
    7. Weitere Fortbildungen des ptz finden Sie auf der gemeinsamen Homepage von ptz und RPI Baden: http://www.ptz-rpi.de/schule-kita/berufliche-schulen/. Ab Mitte September wird Ihnen das Fortbildungsheft des ptz und des RPI Karlsruhe zugeschickt werden, falls Ihre Adresse dort hinterlegt ist, online ist es schon abrufbar. Darüber hinaus freut sich Herr Ruopp über Ihre Rückmeldungen zu aktuellen Themen und Bedürfnisse in den Bereichen VABO, Neue Organisationsmodelle/Seminarmodelle und aktuellen Unterrichtsgegenständen im BRU.


    Sehr gerne dürfen Sie sich an mich (Tel. 0711/2149-297), Frau Illi (Tel. 0711/2149-217) oder Herrn Ruopp im ptz (Tel. 0711/45804-74) wenden, wenn Sie Ergänzungen oder Fragen haben. In bewährter Weise finden Sie auf www.bru-uno.de alles, was aktuell und darüber hinaus für den BRU wichtig ist. Ebenso weise ich Sie auf die Homepage von rpi-virtuell hin: www.rpi-virtuell.de . Und nicht zuletzt möchte ich Sie auf die Seite http://www.bru-portal.de/ aufmerksam machen, die viele nützliche Informationen (z. B. die Lehrpläne) bereithält.
    Trotz aller Anstrengungen, trotz allem Planen und Machen ist in Bildungsprozessen nicht alles machbar und auch nicht messbar. Dieses Bewusstsein für das Unverfügbare, das für unser Fach eine zentrale Grundlage darstellt, möchte ich Ihnen wünschen. Und dass Sie gut gestärkt, froh und energievoll ins neue Schuljahr starten können. Gottes Segen dazu.

    Herzliche Grüße auch im Namen von Frau Illi

    Bernhard Riesch-Clausecker
    Referent für berufliche Schulen (Referat 2.1.3)
    Referat Religionsunterricht, Schule und Bildung
    Evangelischer Oberkirchenrat

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