Rundbrief zum Schuljahresbeginn 2020/21

Im September 2020

An die evangelischen Religionslehrerinnen und Religionslehrer an beruflichen Schulen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ein in jeder Hinsicht außergewöhnliches, anstrengendes und herausforderndes Schuljahr liegt hinter Ihnen. Ich hoffe, Sie konnten sich in den Sommerferien erholen und Kräfte sammeln für das neue Schuljahr, das, so ist zu vermuten, in ähnlicher Weise herausfordernd werden wird. Für all Ihren Einsatz und Ihr großes Engagement für die Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht an beruflichen Schulen danke ich Ihnen auf diesem Weg herzlich.
Jetzt beginnt das Schuljahr wieder. Präsenzunterricht mit allen Schülerinnen und Schülern. Das mag zwiespältige Gefühle auslösen, zwischen der Freude darüber, dass endlich wieder etwas Normalität einkehrt, und der Sorge, was sein wird, wenn die Infektionszahlen im Herbst und im Winter möglicherweise wieder steigen. Der Religionsunterricht ist in diesen verunsichernden Zeiten wichtiger denn je, finde ich. Er ist der Ort, wo Ängste, Befürchtungen, Sorgen ausgesprochen werden können. Wo danach gefragt werden kann, was in Krisenzeiten trägt. Wo ethische Fragestellungen durchdacht und diskutiert werden können.
Ein biblisches Wort wird in diesen Tagen besonders oft und gerne zitiert, ich möchte es hier auch tun und mit Gedanken von Renata Kiworr-Ruppenthal, Klinikpfarrerin in Mainz, Ihnen weitergeben:

„‘Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.‘ Ein seltenes Wort. Eine Krise allerdings hinterlässt nicht nur schlimme Spuren, sondern bringt oft gute Sachen ans Sonnenlicht. So auch die Besonnenheit. Das größte Kompliment, was derzeit eine Ärztin, eine Chefin, ein Politiker oder ein Forscher bekommen kann ist: die handeln besonnen.

Denn in Gefahr handeln Menschen oft genau anders. Kopflos oder aggressiv, panisch. Weglaufen möchte man oder sich verstecken. Da braucht es sie, die Besonnenheit. Gerade von Menschen, die die großen Entscheidungen treffen. Lockerungen oder nicht, finanzielle Hilfen und die Frage: was können wir uns leisten? Aber nicht nur die da oben brauchen Besonnenheit, auch ich hier an meinem Platz. Besonnen kann ich fragen: Was passiert gerade mit meinem Leben, was kann ich ändern, was nicht? Was ist mir wertvoll, wer ist wichtig für mich, wie kann ich meinen Glauben gerade jetzt leben mit vielen Fragen und Zweifeln?
Was mir hilft: ich schaue auf Menschen, die selber besonnen sind. Da will ich mir eine Scheibe abschneiden. Mancher Wissenschaftler schafft das: Zu informieren mit Besonnenheit. Nichts beschönigen, aber auch nicht dramatisieren. So habe ich es auch in der Notfallseelsorge gelernt: Die Wahrheit sagen, aber keine Ängste schüren. Auf dem Boden bleiben. Bei Menschen bleiben, für die alles zusammenbricht, auch wenn man manchmal wegrennen möchte. Manchmal reicht es schon, einmal tief ein- und auszuatmen. Zu sagen: Hier bin ich und lebe und wie gut ist es, dass ich atmen kann und nur an den nächsten Schritt denken muss, das reicht doch.

Besonnenheit, das will ich nicht nur in Bildung, Politik und Forschung erleben, sondern ich möchte es selber einüben. Damit kann ich Krisen nicht in Luft auflösen. Aber gelassener werden und eben besonnen – auch wenn die Welt manchmal Kopf steht.“

Wie immer am Schuljahresanfang möchte ich Sie auf einige interessante Dinge und auf wichtige Informationen für das neue Schuljahr besonders hinweisen.

  1. „Gerade jetzt! – 10 Thesen, warum der Religionsunterricht in der Coronazeit unverzichtbar ist“
    Ich hänge Ihnen ganz aktuell zu Ihrer Information das Papier der Gesellschaft für wissenschaftliche Religionspädagogik (GwR) an.
  2. Personelle Veränderung im ptz
    Seit 2013 hat Joachim Ruopp die Stelle des Dozenten für die beruflichen Schulen im ptz innegehabt. Zum 01.11.2020 wird er Schuldekan in Tübingen. Wir danken ihm für alles, was er für den BRU bewirkt und bewegt hat mit herausragendem Engagement und viel Geschick, hoher Expertise und großer Menschenfreundlichkeit und mit viel Humor. Wir sind froh, dass wir in der Reihe der Schuldekaninnen und Schuldekane weiterhin einen Experten haben, der weiß, wie es in beruflichen Schulen zugeht und worauf es dort ankommt.
  3. Personalblatt
    In den ersten Schulwochen erhalten Sie wieder Ihr Personalblatt über das Büro des Schuldekans / der Schuldekanin. Ich bitte Sie herzlich darum, alle Einträge, vor allem Ihre (schulische) Mailadresse, zu kontrollieren und bei Bedarf zu ergänzen oder zu korrigieren. Ihre Angaben bilden die Grundlage für die Statistik und dafür, dass wir Sie mit Informationen gut erreichen können. Sie erleichtern damit den Mitarbeitenden in den Büros der Schuldekane / Schuldekaninnen und uns die Arbeit sehr.
  4. bru-uno.de: Aktuelle Infos und Tipps zum Fernunterricht
    Gerade in der aktuellen Lage mit viel Fernunterricht ist es praktisch, auf der Corona-Sonderseite von bru-uno.de/corona aktuelle Infos und Tipps zum „digitalen Klassenzimmer“ zu erhalten: Technische und pädagogische Praxistipps werden hier stets aktuell und übersichtlich präsentiert. Daneben finden sich im Abitur-Bereich von bru-uno.de die bewährten prüfungsrelevanten Hinweise und Details. Außerdem gibt es jetzt neue Spiele für den Unterricht mit einer digitalen Neuauflage vom Empathie-Spiel als empathie 2.0 unter empathie.bru-uno.de und der Neuerfindung tacheles! unter tacheles.bru-uno.de: Entdecken Sie die vielfältigen Angebote von bru-uno.de!
    Der Zugriff auf alte Abi-Prüfungen ist aus rechtlichen Gründen auch weiterhin nur passwortgeschützt möglich: Deshalb sind diese Dateien in der BRUcloud abgelegt und über die folgenden erneuerten Zugangsdaten abrufbar (bitte nur an Reli-Kolleginnen und -Kollegen weitergeben, nicht öffentlich und nicht an Schülerinnen und Schüler, vielen Dank).
    https://bru-uno.de/aufgaben
  5. Auf der Homepage des Referats Religionsunterricht, Schule und Bildung im Oberkirchenrat www.kirche-und-religionsunterricht.de sind alle Informationen rund um die religiöse Bildung in der Schule eingestellt.
    Das Referat 2.1 im Oberkirchenrat versendet regelmäßig einen Newsletter mit den neuesten Nachrichten, Veranstaltungshinweisen und aktuellen Informationen rund um Religionsunterricht und Schule, auch für die Beruflichen Schulen.
    Abonnieren Sie diesen Newsletter auf der Startseite von „Kirche und Religionsun-terricht“ – Es lohnt sich!
  6. Schulseelsorge-Chat
    Bereits seit April gibt es den Schulseelsorge-Chat. Dieses Angebot des ptz soll weitergeführt werden. Der Chat bietet Schülerinnen und Schülern Raum für ihre Anliegen. Hier können Sorgen, Nöte und Probleme sowie Fragen zu Sinn und Glauben ihren Platz finden. Montag bis Freitag von 16:00 Uhr bis 19:00 Uhr haben ausgebildete Seelsorgerinnen und Seelsorger ein offenes Ohr für die Themen der Jugendlichen.
    Bitte geben Sie diese Info an Ihre Schülerinnen und Schüler weiter. Ansprechpartner für Infomaterial digital oder gedruckt erhalten Sie von Herrn Pohlers: michael.pohlers(at)elk-wue.de.
  7. „Mehr als Moleküle“, alle neuen Kolleginnen und Kollegen möchte ich auf diesen kurzen Film von Camillo Ritter (4:23) aus dem Jahr 2017 aufmerksam machen. In eindrücklichen Bildern zeigt er, was der BRU vermag, nämlich in einem geschützten Raum über berufliche und existentielle Fragen nachzudenken. Der Film ist ausdrücklich zur nicht-kommerziellen Verwendung freigegeben. Hier finden Sie den Film und hier einen Flyer zum Download
  8. Alle Kolleginnen und Kollegen, die neu in einer VAB-O-Klasse unterrichten möchte ich wieder auf den VAB-O-Moduleband hinweisen, der in Kooperation der Institute EIBOR und KIBOR, dem Katholischen Schuldekanat Tübingen, dem IRP Freiburg und der
    Mathilde-Weber-Schule in Tübingen erstellt wurde. Der Band trägt den Titel „Vertraute Welten – Fremde Welten“ und ist unter diesem Link frei zugänglich.
    Der Band ist uneingeschränkt zu empfehlen, da die Erläuterung der Lernwege sowie die Qualität der Bilder, Texte und Aufgabenstellungen bestechen.
  9. Im März wurde der zweite Band zur großen Studie „Jugend – Glaube – Religion“ veröffentlicht. Der zur Vorstellung geplante Studientag musste leider wegen der Pandemie abgesagt werden. In diesem zweiten Band, der wieder im Waxmann-Verlag erschienen ist, finden sich die Befunde der dritten Befragung und außerdem Kommentare und Deutungen aus wissenschaftlicher Sicht, Konsequenzen für die Praxis sowie didaktische Analysen.
    Das EIBOR ist mit seiner Arbeit in der Unterrichtsforschung und -entwicklung, mit seinen Projekten und Veröffentlichungen sowie seinen Fortbildungsangeboten von unschätzbarer Bedeutung für unsere Arbeit an den Beruflichen Schulen. Auf der Homepage finden Sie den aktuellen Arbeitsbericht, der die momentanen Projekte beschreibt.
    Gerne verweise ich Sie auch auf Unterrichtsmaterial, das u. a. im EIBOR erstellt wurde.
  10. In diesem Jahr hat die neue generalistische Pflegeausbildung begonnen. Für das Fach „Evangelische Religionslehre sowie religiös-ethische Kompetenzen entwickeln“ gibt es einen eigenen Bildungsplan, der in den nächsten Wochen auch veröffentlicht werden kann. Eine entsprechende Information haben die Kolleginnen und Kollegen, die an öffentlichen Schulen mit Pflegeausbildung unterrichten, bereits erhalten. Wenn Sie dazu Fragen haben, können Sie sich gerne an mich wenden.
  11. Aus einer Kooperation des Umweltbüros der Landeskirche und dem Evangelischen Bauernwerk Hohebuch ist die Hompage www.erntedank-heute.de entstanden. Sie befasst sich vor allem mit der Wertschätzung von Lebensmitteln und enthält neben Hintergrundinformationen auch pädagogisches Material.
  12. Die für das Abitur 2022 ausgewählten Pflichtthemen finden Sie hier. Bitte beachten Sie auch die ergänzende Hinweise zum schriftlichen Abitur 2022.
  13. Der Wettbewerb „Christentum und Kultur“ ist auch für das berufliche Gymnasium eine interessante Sache. Immer wieder gehören auch Schülerinnen und Schüler aus dieser Schulart zu den Preisträgern. Ich ermuntere Sie, Ihre Schülerinnen und Schüler auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Die erfolgreiche Teilnahme kann als besondere Lernleistung das fünfte (und gegebenenfalls auch das vierte) Abiturprüfungsfach ersetzen. Die zeitlichen Vorgaben, die dabei genau zu beachten sind, und alle weiteren wichtigen Hinweise sind hier eingestellt.
  14. Erinnern möchte ich Sie auch an den Paul-Schempp-Preis, der für die beste und engagierteste Schülerin oder den besten und engagiertesten Schüler des Abschlussjahrgangs einer Schule verliehen wird. Der Preis kann inzwischen in allen Schularten vergeben werden. Die genauen Informationen finden sich hier.
  15. Die Seite www.leben-woran-man-glaubt.de stellt Informationen über die kirchlichen Berufe im Bereich der Evangelischen Landeskirche in Württemberg anschaulich bereit. Bitte weisen Sie doch Ihre Schülerinnen und Schüler, die Interesse an einem kirchlichen Beruf zeigen, darauf hin.
  16. Vom 7. – 9. November 2020 findet wieder die Info-Tagung Theologiestudium in Tübingen statt. Alle Oberstufenschüler/innen, die Interesse am Studium der Evangelischen Theologie (in Richtung Pfarramt oder in Richtung Lehramt) haben, sind herzlich dazu eingeladen. Man kann an der Uni Tübingen zum Beispiel auch die Fächerkombination Sozialpädagogik / Pädagogik und Evangelische Theologie studieren und später an einer beruflichen Schule unterrichten. Informationen und Links zum Theologiestudium und die Anmeldemöglichkeit online finden sich unter www.info-tagung.de
    Gerade für Schülerinnen und Schüler aus dem beruflichen Gymnasium könnte das Studium der Wirtschaftspädagogik oder der Technikpädagogik in Verbindung mit dem Fach Evangelische Theologie interessant sein. An der Universität Hohenheim gibt es ei-nen entsprechenden Studiengang: Flyer und Flyer
    An der Evangelischen Hochschule in Ludwigsburg gibt es die Möglichkeit, zum Beispiel nach dem Doppelbachelor Religionspädagogik / Soziale Arbeit ein Masterstudium Religionspädagogik zu absolvieren. Dieses befähigt zur Erteilung von Evangelischem Religionsunterricht in der Sekundarstufe II an Beruflichen Schulen. Alle weiteren Informationen gibt es hier.
    Interessant auch für Schülerinnen und Schüler, die sich für ein Studium an einer Pädagogischen Hochschule interessieren, ist diese Seite: www.denkabenteuer-religion.de.

Auf folgende Tagungen und Fortbildungen möchte ich Sie gerne aufmerksam machen:

  1. Fortbildungen zum neuen Bildungsplan Berufliches Gymnasium
    Die Fortbildungen zur Einführung des neuen Bildungsplans am beruflichen Gymnasium werden als Online-Fortbildungen im Zeitraum von Dezember 2020 bis Juli 2021 stattfinden. Federführend ist dabei das ZSL. Für den neuen Bildungsplan wurde eine Handreichung erstellt, die Ihnen bei den Fortbildungen vorgestellt wird. Nähere Informationen zu den Fortbildungen erhalten Sie voraussichtlich im Oktober.
    Die Regionaltagungen werden daher in diesem Schuljahr ausfallen.
    Alle Informationen zu Fortbildungen und die neuen Anmeldemodalitäten über das neue LFB-System sind hier zu finden: https://lfb.kultus-bw.de/Startseite.
  2. „Im Islam leben und sterben wir alle? Goethe und der Islam – unerwartete Entdeckungen im Werk eines Klassikers“.
    Die Evangelische Akademie Bad Boll lädt zu dieser Tagung mit Prof. Kuschel am 23. und 24. Oktober 2020 ein. Ich weise Sie gerne darauf hin: https://www.ev-akademie-boll.de/tagung/541020.html
  3. „Endlich streiten lernen – Konflikte gewaltfrei austragen“. Das Seminar aus dem Bereich der Friedenspädagogik des ptz musste im März ausfallen und findet jetzt am 16. und 17. November 2020 im Tagungshotel am Schlossberg in Herrenberg statt. Nähere Informationen hier: https://www.ptz-rpi.de/veranstaltungen/event/endlich-streiten-lernen-konflikte-gewaltfrei-austragen/
  4. „Reli for Future“ – Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Religionspädagogikunterricht und in der Kita lautet der Titel der Akademietagung für Fachlehrerinnen und Fachlehrer für Religion / Religionspädagogik an Fachschulen für Sozialpädagogik und Berufsfachschulen für Kinderpflege am 18. und 19. November 2020 in der ZSL-Außenstelle Esslingen. Anmeldung über LFB-Online, Lehrgangsnummer X5V2L.
  5. Die Jahrestagung findet 2021 vom 10. bis 12. März in der Evangelischen Akademie Bad Boll statt. Thema: „Kirche von außen“. Coronabedingt kann es möglicherweise zu Änderungen im Vergleich zu den seitherigen Jahrestagungen kommen. Darüber werden Sie rechtzeitig informiert.
  6. Weitere Fortbildungen des ptz finden Sie auf der gemeinsamen Homepage von ptz und RPI Baden: http://www.ptz-rpi.de/schule-kita/berufliche-schulen/. Das Fortbildungsprogramm ist online abrufbar. Bitte beachten Sie, dass angesichts der gegenwärtigen Lage Fortbildungen teilweise nur als digitale Formate stattfinden können und dass es auch zu kurzfristigen Änderungen kommen kann.

Sehr gerne dürfen Sie sich an mich (Tel. 0711/2149-297), an Frau Illi (Tel. 0711/2149-217) oder bis Ende Oktober an Herrn Ruopp im ptz (Tel. 0711/45804-74) wenden, wenn Sie Ergänzungen oder Fragen haben. In bewährter Weise finden Sie auf www.bru-uno.de alles, was aktuell und darüber hinaus für den BRU wichtig ist. Ebenso weise ich Sie auf die Home-page von rpi-virtuell hin: www.rpi-virtuell.de. Und nicht zuletzt möchte ich Sie auf die Seite http://www.bru-portal.de/ aufmerksam machen, die viele nützliche Informationen (z. B. die Bildungspläne) bereithält.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie gut gestärkt, unverzagt und voller Energie ins neue Schuljahr starten können. Gottes Segen dazu.

Herzliche Grüße auch im Namen von Frau Illi

Bernhard Riesch-Clausecker
Referent für berufliche Schulen (Referat 2.1.3)
Referat Religionsunterricht, Schule und Bildung
Evangelischer Oberkirchenrat

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