Wer die Erzählungen über Frauen vernachlässigt, versteht die Genesis nicht

Während die “Patriarchen” in den Auslegungen oft als politische Figuren verstanden wurden, Ahnherren der Volksgeschichte, waren die Protagonistinnen eher schmückendes Beiwerk, die die ganzen Erzählungen etwas kurzweiliger machen.

Irmtraud Fischer setzt sich in ihrem Artikel mit dieser Lesart auseinander und zieht das Fazit “Wer also die Erzeltern-Erzählungen unter Gendergesichtspunkten genau und ohne Gender-Bias liest, kann nicht
mehr zu der traditionell vertretenen Annahme kommen, in der nur
die Männer zählten: Gerade in diesen Geschichten der Genesis, die im
Familienmilieu spielen, ist das vermeintlich Private politisch. Die auf
weite Strecken ähnliche Darstellung von weiblichen und männlichen
Charakteren legitimiert nicht die Superiorität der Männer, sondern
vielmehr die Egalität der Geschlechter.”

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