Soziale Gerechtigkeit

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Von zentraler Bedeutung bei der historischen Betrachtung sozialer Gerechtigkeit ist die soziale Frage im 19. Jahrhundert und die unterschiedlichen Lösungsversuche durch Marx und Wichern. Sie sollten zunächst die Entstehung der sozialen Frage im 19. Jh. beschreiben können. In einer kritischen Auseinandersetzung sollten bei Wichern die Begriffe „Innere Mission“ und „Theologie der Ordnung“ fallen. Bei Marx kann der „Historische Materialismus“ enthalten sein. Zudem ist ein Vergleich zwischen Wichern und Marx denkbar.

Der zweite Schwerpunkt beschäftigt sich mit dem diakonischen Handeln der Kirche. Neben der Erklärung des Wortes Diakonie und der Darstellung ihrer geschichtlichen Entwicklung (ausgehend von Wichern) sollten mögliche biblische Grundlagen skizziert werden können und konkrete Beispiele für Diakonie heute beschrieben werden.

Verschiedene Gerechtigkeitsvorstellungen sind in diesem Themenkreis möglich, mindestens eine davon sollte dargelegt und kritisch reflektiert werden können. Hierzu zählen John Rawls als philosophischer Gerechtigkeitsenwurf, aber auch Aristoteles.

Um eine Gerechtigkeitsvorstellung mit biblischen und theologischen Aussagen überhaupt vergleichen zu können, müssen zuerst einmal die Aussagen der Bibel zur Sozialen Gerechtigkeit darstellbar sein. Auf alle Fälle wichtiger als einen vollständigen Überblick über alle Details im AT bieten zu können ist die Einsicht, dass JHWH unerschütterlich und treu für die Versklavten eintritt und dass die Gesetze für die Randgruppen immer wieder neu formuliert werden mussten, um auf diese Treue einigermaßen angemessen zu antworten. Besonders deutlich wird dies z. B. in den Botschaften der Propheten, und hier besonders beim Propheten Amos. Im NT kommt die soziale Problematik einerseits in der Person Jesu und dessen Rede vom Reich Gottes (vgl. Themenbereich Jesus Christus) zur Sprache, andererseits im Zusammenleben der ersten christlichen Gemeinden.

Bei der Anwendung unterschiedlicher Gerechtigkeitsvorstellungen gilt zu beachten: Soziale Probleme sind wahrnehmbar – sei es weltweit oder in unserer Gesellschaft. Sollten aktuelle soziale Problemen gefragt werden, gilt dabei immer zu bedenken: Das Thema „Soziale Gerechtigkeit“ eignet sich nicht für schnelle und einfache Lösungen – gäbe es solche, wären schon längst alle Probleme gelöst. Wichtig ist deshalb stets angemessene Ausgewogenheit in der Darstellung, d. h. es ist das Für und Wider zu nennen und daraus sind Schlussfolgerungen abzuleiten, die möglichst viele Aspekte der jeweiligen Problematik berücksichtigen.

 

Literatur

Hülsmann, Matthias: Konfession: Evangelisch Basiswissen, Gütersloher Verlagshaus 3/2013
Kap. 13, S. 146-164.

Kursbuch Religion Sekundarstufe II Basiswissen Calwer Verlag, Hg. Hartmut Rupp und Veit-Jakobus Dieterich

Kliemann, Peter: Glauben ist menschlich, Calwer 10. Auflage 2001
Kap. IX, S. 238-270.

 

Weiterführendes Material

  1. Diakonie Deutschland im Netz: Aktuelle Projekte und mehr

 

 

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